Bocholt,

Verpuffung sorgt für Verletzte: Bocholter Katastrophenschutz übt den Ernstfall

Nach einem missglückten Versuch ein Gasheizgerät einzuschalten erscheint auf dem Melder der Bocholter Einsatzkräfte die Einsatzmeldung „Verpuffung“: An diesem Szenario trainierten am Freitagabend des 25. Novembers die Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Bocholt e.V, der Malteser Hilfsdienst (MHD) e.V. Bocholt und das Technische Hilfswerk (THW) Ortsverband Bocholt/Borken in einer großen Alarmübung. Mit insgesamt 58 Einsatzkräften fand die unangekündigte Übung in einem Wohnhaus am Margeritenweg in Bocholt statt.

Die Aufgabe der ehrenamtlichen Retter*innen: Vermisste Personen im Haus Auffinden und Retten, die Erstversorgung sowie die Übergabe an den Rettungsdienst. Hierbei standen ihnen natürliche auch einige Hindernisse im Weg: "Damit wir die im Keller eingeschlossene Person retten konnten, mussten wir mit der Betonkettensäge einen Deckendurchbruch vornehmen", berichtet Kay Henzen, Helfer der Schweren Bergungsgruppe. Zuvor wurde mithilfe einer Kernbohrung eine Erkundung gestartet, bei der die Einsatzkräfte auf die verletzte Person aufmerksam wurden.

Um das Retten aus Höhen zu üben, bauten die Helfer*innen des THW eine sogenannte "Schiefe Ebene", ein Konstrukt aus zusammengesteckten Leitern, Seilen und einem Rettungskorb, auf. "Der Vorteil an der Schiefen Ebene ist, dass Verletzte patientenschonend aus der Gefahrensituation gerettet werden können", erklärt Jeremy Schiewer, Zugführer des Ortsverbandes und Übungsleiter. "So entstehen keine Folgeverletzungen durch die Rettung".Nachdem die Verletzten aus der Gefahrensituation gerettet wurden, übergaben die Einsatzkräfte des THW sie an den vom MHD eingerichteten Behandlungsplatz. "Einen Behandlungsplatz richten wir ein, wenn eine große Anzahl von Verletzten an einer Einsatzstelle behandelt werden müssen, bevor sie in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden", erklärt Christian Tenbrock, Zugführer des MHD.

"Dadurch, dass das MHD und die DLRG mit uns gemeinsam die Übung durchgeführt haben, konnte der gesamte Ablauf, von der Rettung aus der Gefahrensituation selbst, bis hin zur Übergabe an den Rettungsdienst, die anschließende Weiterbehandlung auf dem Behandlungsplatz und dem Transport zum Krankenhaus geprobt werden", dankt Schiewer MHD und DLRG. "Auch konnte durch die realistische Unfalldarstellung des DLRG besonders gut der Umgang mit Verletzten geübt werden, da diese speziell im Imitieren des Verhaltens von Verletzten und Betroffenen in Notsituationen geschult sind", führt er weiter aus. Die Einsatzstellenverpflegung deckte ebenfalls der MHD mit seiner Betreuungsgruppe ab.

"Ziel der Übung war es, unsere Helferinnen und Helfer dafür zu sensibilisieren, dass Einsätze jederzeit kommen können", erklärt Dr. Jan-Bernd Haas, Ortsbeauftragter des Ortsverbandes. "Wir möchten die Verfügbarkeit unserer Einsatzkräfte überprüfen, um für alle möglichen Einsätze, rund um die Uhr bestmöglich vorbereitet zu sein". Ebenfalls wurden die Fähigkeiten der Helfer*innen im Anfertigen von Decken- und Wanddurchbrüchen, der Umgang mit Verletzten, sowie die Einsatzfahrt mit Sonder- und Wegerechte gefestigt und überprüft.

Die Katastrophenschutzorganisationen danken dem Hausbesitzer für die Möglichkeit, die Übung in einem realen Wohnhaus durchzuführen.


Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.




Suche

Suchen Sie hier nach einer aktuellen Mitteilung: